1993 bis 1999 – Das große Wagnis
Inspiration, Fantasie und Innovation sind die entscheidenden Antriebsfaktoren für den bemerkenswerten Erfolg und das Wachstum von QlikTech seit der Gründung des Unternehmens 1993 in Schweden durch Björn Berg und Staffan Gestrelius. Beide teilten die Vision, eine vollkommen neuartige Software zu entwickeln, die die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns nachbildet und ein intuitives Benutzererlebnis ermöglicht. Ergebnis war ein Desktop-basiertes Tool namens QuikView. „Quik“ stand für Quality, Understanding, Interaction, Knowledge (Qualität, Verstehen, Interaktion, Wissen).”
QuikView wurde entwickelt, um Informationen aus Standard-Datenbankanwendungen zu verknüpfen, die Daten assoziativ anzuzeigen und so dem Anwender geschäftliche Erkenntnisse zu ermöglichen. Ein entscheidender Bestandteil das System zur Farbcodierung: Ausgewählte Werte wurden in grün, verknüpfte Werte in weiß und für die Analyse nicht relevante Werte in grau hervorgehoben. Chef-Softwareentwickler Håkan Wolgé und Björn Berg vertraten den bahnbrechenden Ansatz, dass die Software komplett m Arbeitsspeicher (In-Memory) laufen sollte. Ebenso waren sie von dem Mooresche Gesetz überzeugt, nach dem sich die Rechenleistung und Speicherkapazität alle zwei Jahre verdoppelt und was somit die Entwicklung und den Erfolg von QuikView vorantreiben und begünstigen würde. .
Großes Potential
Im Jahr 1996 wurde die Anwendung in "QlikView" umbenannt. Dies sollte der Tatsache Rechnung tragen, dass Benutzer mit nur einem Mausklick detaillierte Datenanalysen erstellen konnten. QlikTech-CTO Jonas Nachmanson, der in den frühen Jahren die Technologie- sowie die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von QlikTech leitete, trug entscheidend dazu bei, die Anwendung auf die Anforderungen der Kunden und potentiellen Kunden anzupassen und dass diese sich nahtlos in deren Systeme integrieren ließ. Im Jahre 1999 konnte QlikView bereits auf einige erfolgreiche Implementierungen bei Großkunden und mehreren kleineren Unternehmen zurückblicken. Dazu zählten der Verarbeitung- und Verpackungsgigant Tetrapak, der die Lösung zur Abstimmung von Produkten, Abfüllanlagen und Verpackungslinien einsetzte, sowie das führende biopharmazeutische Unternehmen Astra Zeneca, das QlikView für die Analyse komplexer klinischer Testdaten nutzte.
„Wir waren ein eingeschworenes Team und wussten, dass wir ein großartiges Produkt hatten“, erinnert sich Henrik Been, heute Executive Director of Products, der zu jener Zeit Pre-Sales-Consultant und technischer Berater bei QlikTech war. „Jedes Mal, wenn Kunden die Anwendung sahen, gab es einen 'Wow-Effekt'. Jeder Mitarbeiter hatte damals mehrere Verantwortlichkeiten und wir wurden ermutigt, uns überall einzubringen, um die Entwicklung des Unternehmens voranzubringen.”
2000 bis 2005 – Fokus auf Business Intelligence
Als zunehmend Verträge unterzeichnet wurden und sich die Auftragspipeline mehr und füllte, ernannte QlikView im Jahr 2000 Måns Hultman zum CEO. Hultman setzte umfassendes Management-Team zusammen, zu dem auch der heutige CEO Lars Björk gehörte, der im selben Jahr als CFO zum Unternehmen stieß. Hultman und Björk weckten sowohl das Interesse von Investoren als auch von Spitzenfachkräften, die schon bald das Team verstärkten. In diesem Jahr fiel auch die Entscheidung, den Fokus des Unternehmens auf Business Intelligence (BI) zu legen – einen Markt, der sich durch ein sprunghaftes Wachstum auszeichnete, in dem jedoch Technologien angeboten wurden, die nicht mit den Anforderungen von Unternehmen Schritt halten konnten.
„Måns war ein echter Visionär und es war seine Entscheidung, QlikTech auf den BI-Markt zu fokussieren“, erklärt Björk. „Als wir im Jahr 2000 zum Unternehmen kamen, erlebte die Technologiebranche einen wahren Boom – praktisch jedes Unternehmen konnte ein Börsenwert werden. Måns und ich glaubten nicht daran. Wir waren der Ansicht, dass QlikTech wirklich ernstzunehmende BI-Produkte mit echtem Wert zu bieten hatte. Wir beschlossen, diese zu einem angemessenen Preis zu verkaufen und Systeme, Initiativen und Prozesse zu implementieren, die ein nachhaltiges Unternehmenswachstum unterstützen konnten.“
Die Ausrichtung auf den Business Intelligence-Markt beschleunigte die Expansion des Unternehmens. Die Mitarbeiterzahl verdoppelte sich von 35 im Jahr 1999 auf 70 im Jahr 2003. Zu diesem Zeitpunkt erkannten Hultman und Björk, dass QlikTech mehr Kapital und eine umfassendere Vision brauchte, um weiter zu wachsen. Deshalb entschied sich QlikTech für ein Konsortium aus den renommierten Venture Capital-Unternehmen Accel Partners und JVP (Jerusalem Venture Partners). Durch die Beteiligung floss Kapital in Höhe von 12,5 Millionen USD ins Unternehmen. Die Neuausrichtung und die Investitionen begannen sich schnell auszuzahlen: Bis 2004 erreichte das Unternehmen eine jährliche Wachstumsrate von 35 % und einen Umsatz von 13 Millionen USD.
Forschung und Entwicklung auf dem nächsten Level
Während dieser Zeit stellte Nachmanson ein Forschungs- und Entwicklungs-Team auf Weltklasseniveau mit Wolgé an der Spitze zusammen. Gemeinsam brachte das Team QlikViewin Sachen Funktionalität, Usability und Skalierbarkeit auf das nächste Level. Bis zum Jahr 2005 hatte sich das Produkt von einer Einzelplatz-Desktop-Lösung zu einer Server- und Java-basierten Web-Anwendung entwickelt. Die Berechnungsfunktion, eine hoch entwickelte Technologie, die hinter der blitzschnellen Analyse von QlikView steht, machte ebenfalls einen erheblichen Entwicklungssprung war nun in der Lage, mehrere hundert Millionen Datensätze zu verarbeiten.
QlikTech ging Partnerschaften mit Intel und HP ein, um zu gewährleisten, dass QlikView die Leistung der gerade aufkommenden Multi-Core- und Multi-Prozessor-Umgebungen in vollem Umfang nutzen können würde. Daneben konnte QlikView nun auch Diagramme auf einer benutzerfreundlichen und leistungsfähigen Benutzeroberfläche darstellen, und hob sich damit weiter aus der Masse der BI-Anwendungen hervor.
Alle diese Faktoren trugen dazu bei, dass QlikTech seinen Kundenstamm um einige klangvolle Namen erweitern konnte, darunter das weltweit führende Versand- und Logistikunternehmen Schenker, das Life-Sciences-/CRM-Unternehmen Dendrite, der Telekommunikationsgigant Ericsson und die schwedische Post.
In dieser Phase führte QlikTech außerdem jährliche unternehmensweite Summits ein, wo sämtliche Mitarbeiter zusammenkamen, um ihr Wissen und Best Practices miteinander zu teilen.
„Wir waren stets ein Unternehmen, das sehr viel Wert darauf legt, enge Kontakte zu pflegen“, erklärt Wolgé. „Alle Mitarbeiter freuen sich auf das jährliche Summit, der in hohem Maße zum Teambuilding von QlikTech beiträgt. Diesen Gemeinschaftssinn gibt es bei uns seit dem ersten Tag des Unternehmens, und wir pflegen ihn bis heute.“
2005 bis heute – Explosives Wachstum und große Chancen
QlikTech konzentrierte sich weiterhin gezielt darauf, seine Postition im BI-Markt zu stärken und wurde mit weltweiter Anerkennung und begeisterten Anwendern belohnt. Große Fortschritte bei den Kerntechnologien von QlikView trugen bedeutend zur Steigerung von Analysefähigkeit und Geschwindigkeit bei. Zudem wirkte sich ein Geschäftsumfeld, das mit den bestehenden Business-Intelligence-Ansätzen zunehmend unzufrieden wurde, förderlich auf das Unternehmen aus.
„Während QlikTech mit seiner bahnbrechenden BI-Technologie hervortrat und auf dem Markt Fuß fasste, basierten die Angebote herkömmlicher BI-Anbieter weiterhin auf veralteten Software-Stack-Paradigmen der späten achtziger Jahre“, so Nachmanson. „QlikTech bewies den Mut, auf seine Stärke zu setzen und seine In-Memory-Technologie sowie die assoziative Suche weiterzubringen. Mit der Einführung immer schnellerer Prozessoren und wachsenden Arbeitsspeicherkapazitäten entwickelten sich die Fähigkeiten von QlikView im Laufe der Jahre sprunghaft weiter. Inzwischen kann QlikView unkompliziert sehr große Datenmengen und mehrere Tausend Anwender verwalten. In Verbindung mit einem geringen Wartungsbedarf haben uns diese Vorteile ein fantastisches Geschäftsmodell sowie eine sehr loyale und große Kundenbasis gebracht.“
QlikView im Einsatz bei globalen Unternehmen
Mit den neuen und leistungsstarken Funktionen hat QlikView die Aufmerksamkeit zahlreicher Großunternehmen geweckt. Zu den begeisterten QlikView-Anwendern zählen einige der größten bekanntesten Unternehmen der Welt – darunter Best Buy, Campbell’s Soup, Canon, ING, Gen-Sonde, National Health Service, Panasonic, Qualcomm und Shell.
„Man sollte nie die Kraft der Mundpropaganda unterschätzen“, so Been. „Jeder, der QlikView kennengelernt hat – egal ob IT-Mitarbeiter oder Anwender – war begeistert, wie schnell man den Umgang mit dem Produkt beherrscht. Weltweit empfehlen immer mehr Anwender die Lösung ihren Freunden und Kollegen. Es ist uns gelungen, Vertrauen zu gewinnen und eine Marke zu schaffen, die für Qualität und Benutzerfreundlichkeit steht. Wir hatten auch nie ein Problem damit, potentiellen Kunden eine funktionierende QlikView-Anwendung unter Verwendung ihrer eigenen Daten zu demonstrieren, die in wenigen Tagen betriebsbereit konfiguriert war. Dieser Ansatz des 'Seeing is Believing' war ein weitere entscheidender Faktor unseres Erfolgs. Unsere Wettbewerber brauchen oftmals Wochen oder Monate für diese Aufgabe.“
Im Jahr 2007 übernahm Lars Björk seine gegenwärtige Rolle als CEO von QlikTech. Eine logische Fortsetzung seiner QlikTech-Karriere – hatte er doch erfolgreich interne Systeme und Richtlinien geschaffen und das Unternehmen so zu einem großen Wachstum geführt. Die Berufung zum CEO war ein idealer und rechtzeitiger Karriereschritt. Unter Björks Leitung stiegen die Umsätze von QlikTech im Jahr 2010 auf 226,5 Millionen USD. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen mehr als 880 Mitarbeiter in 22 Niederlassungen, die sich in 12 Ländern befinden und verfügt weltweit über mehr als 1.100 Partner. Auch Zahl der Anwender ist exponentiell gestiegen: auf mittlerweile 25.000 Kunden in mehr als 100 Ländern. Seit dem 16. Juli 2010 ist QlikTech ein börsennotiertes Unternehmen und wird an der NASDAQ gehandelt..
Ein großartiges Unternehmen mit großartigen Mitarbeitern
Auch wenn das Unternehmen weiterhin das Gesicht der Business Intelligence verändert, so bleibt es doch unbeirrt in seinem Engagement für seine wichtigste Ressource: seine Mitarbeiter. Die weltweiten Summits gibt es bis heute. Eine weitere Innovation, die Björk einführte, war die Schaffung der QlikAcademy, einer einwöchigen intensiven Einführung in die Welt von QlikTech für alle neuen Mitarbeiter. Diese findet in den Räumlichkeiten des Unternehmens in Lund (Schweden) statt. Inhalte der QlikAcademy sind die Unternehmenswerte, das Produkt, Vertriebsprozesse und Teambuilding. Die Mitarbeiter lernen dort QlikView im Detail kennen und werden als Produktexperten zertifiziert.
„Die QlikAcademy trägt dazu bei, dass die zentralen Werte unserer Unternehmenskultur von allen Mitarbeitern verstanden werden, damit sie diese beispielhaft vor Kollegen und Kunden vertreten können“, erklärt Björk. „Es ist eine großartige Form, neue Mitarbeiter in unserem globalen Unternehmen willkommen zu heißen. Neuankömmlinge unterschiedlicher Nationalität und Herkunft nehmen gemeinsam an dieser Woche teil und profitieren von den unterschiedlichen Erfahrungen, die die einzelnen Gruppenmitglieder einbringen.“
Ein Ende der Erfolgsgeschichte von QlikTech ist nicht abzusehen. Das Unternehmen möchte seine Position weiterhin ausbauen und mit QlikView die Entscheidungsprozesse in der Geschäftswelt entsprechend prägen.
„Ich glaube, dass QlikView über das Potential verfügt, zum weltweitern Standard für Datenanalysen zu werden“, so Björk. „Mit QlikView werden aus Daten Informationen und aus Informationen werden Erkenntnisse, aus denen beträchtliches Wissen geschöpft werden kann.“ Auf dieses Wissen werden die Entscheidungsträger von morgen angewiesen sein, um zu verstehen, welche Richtung ihr Unternehmen als nächstes einschlagen muss. Das ist unsere große Chance, und wir sind auf dem besten Wege, diese zu nutzen.“